Was ist eigentlich...?

Außenhaftung

Die Außenhaftung betrifft vorrangig Unternehmensleiter und wie sie haften, wenn sie sich gegen einen von außen an sie gerichteten Schadenersatzanspruch erwehren müssen. Diese Ansprüche machen nur einen geringen Anteil der D&O-Schadenfälle aus.

Was die Außenhaftung so gefährlich macht, ist die Vielzahl möglicher Anspruchsteller. Von den eigenen Kunden über Lieferanten bis hin zu Gläubigern sowie Finanzbehörden oder Träger der Sozialversicherungen zählen dazu. Sie gehen meist dann gegen die Unternehmensleiter vor, wenn das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten ist und Rechnungen nicht bezahlt werden oder die fälligen Beiträge offenbleiben.

Eine Regelung zur Haftung der Betroffenen findet sich im Bürgerlichen Gesetzbuch (vgl. § 823 BGB). Daraus und aus einer Vielzahl spezialgesetzlicher Haftungsnormen ergeben sich mögliche Ansprüche, die sich gegen Manager richten können und teils gravierende Folgen nach sich ziehen. Dazu zählen vor allem die mit solchen Vorwürfen einhergehenden strafrechtlichen Konsequenzen, falls sich die Geschäftsführung oder ein Vorstand tatsächlich etwas vorwerfen lassen muss. Einschlägig sind beispielsweise die Strafvorschriften der §§ 263 StGB (Betrug), 266 StGB (Untreue) und gegenüber Arbeitnehmern das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Ähnlich wie bei Ansprüchen, die ein Unternehmen geltend macht (Innenhaftung), drohen zudem hohe finanzielle Risiken. Sie ergeben sich vor allem aus der Ersatzpflicht eines Geschäftsführers gegenüber Dritten, etwa weil Sozialversicherungsbeiträge unvollständig oder gar nicht abgeführt worden sind oder wegen nicht ordnungsgemäß abgeführter Steuern. Auch in einem solchen Fall müssen sich die Betroffenen womöglich strafrechtlich verantworten (vgl. § 266a StGB).

Naturgemäß stellt auch die Unternehmensinsolvenz ein großes Risiko dar. Womit aber nicht viele rechnen, ist, dass auch die Insolvenzverwalter Ansprüche gegenüber dem Management geltend machen. § 64 GmbHG regelte bislang, dass alles, was nach Insolvenzreife aus dem Vermögen einer GmbH abfließt, durch die Unternehmensleitung zu ersetzen ist. Diese Haftung ist nunmehr neu geregelt in § 15b InsO. Zwar ergeben sich dem neugefassten Recht einige Erleichterungen, doch die Risiken bleiben weiterhin hoch. Auch daran, dass Unternehmensleiter haften, wenn sie ihrer Insolvenzantragspflicht nicht nachkommen, ändert sich nichts. Das regelt § 15a InsO.